Bauer Zobel

Der letzte Graf von Montfort-Rothenfels hatte keine Kinder und verkaufte seinen Besitz zum Teil an den Bischof von Augsburg, die Grafschaft Rothenfels, die Herrschaft Staufen und an seinen Schwager Johann Jakob von Königsegg. Nach dessen Tod 1567 übernahm der Sohn Georg von Königsegg die Herrschaft.

Freiherr Jörg, wie Georg von Königsegg auch genannt wurde, war bei seinen Untertanen sehr unbeliebt, weil er hohe Steuern und Abgaben forderte und die Leute in vielerlei Hinsicht unterdrückte und hart bestrafte.
Im Wald gab es viel Wild und Freiherr Jörg war ein begeisterter Jäger. Wehe jedoch dem Bauern, der bei einer Wilderei erwischt wurde. Die Strafen waren hart. So wurde z.B. Ulrich Vogler aus Fischen wegen des Fangs eines Federwildes zu 300 Gulden Strafe verurteilt. In Reute bei Blaichach wohnte damals der Bauer A. Zobel, der schon mehrfach wegen Wilderns schwer bestraft worden war. Zuletzt schwor er, dem Grafen "genug Silber zu geben".

Am 22. August 1629 wollte Georg von Königsegg zur Jagd ins Gunzesrieder Tal reiten. Bauer Zobel lauerte ihm im "Schwändele" auf und schoß ihn von hinten vom Pferd. Die Kugel war aus Silber gegossen. Der Mord fand am heutigen "Gätterle" zwischen Ettensberg und Reute statt, wo an der Bildkapelle der Fußweg nach dem Haldertobel abzweigt.

Der Mörder wurde gefaßt und am Eggenstein in der Nähe des Schützenhauses am Immenstädter Kalvarienberg durch 4 Ochsen lebendig gevierteilt. Je ein Stück wurde an den 4 Galgen der Grafschaft in Fischen, Seifriedsberg, Immenstadt und Niedersonthofen ausgehängt. Zobels Besitz wurde niedergebrannt.